Handyproblematik an Schulen

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Zur gleichen Problematik bietet auch die Polizei Informationen:hier/
Weitere Informationen auf der Pinnwand unter MiB/Beratung
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Bildquelle: www.pixelquelle.de

Zur Situation:
Kinder und Jugendliche haben heute mit ihren Handys Geräte in der Hand, die weit mehr können, denn telefonieren.
92 % der Jugendlichen besitzen ein Handy.(Quelle: JIM-Studie 2005)
Für das Handy geben Kinder und Jugendliche im Altern von 6 bis19 Jahren 2,5 Milliarden EUR im Jahr aus.
Handys können Ton (Musik, Sprache), Bilder sowie Videos aufnehmen und wiedergeben, senden und empfangen.
Diese vielfältigen Möglichkeiten werden von Kindern und Jugendlichen nicht nur genützt, sondern auch missbraucht.
Schlagzeilen über Gewaltvideos auf dem Schülerhandy belegen diese Tatsache.
All das läuft auf den Handys von Schülern:
E-Bullying: Jugendliche beleidigen andere per SMS und Anrufe oder verletzen deren Persönlichkeitsrechte. Beispielsweise werden mit dem Handy Filme oder Fotos heimlich aufgenommen und ins Internet gestellt, ohne dass die Beteiligten davon wissen. Die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen werden dabei missachtet (>> mehr bei handysektor.de). Quelle: Wikipedia
Happy-Slapping: Nicht nur Videos aus dem Internet werden per Handy verbreitet, sondern auch reale oder inszenierte Gewaltszenen, z.B. Jugendliche verprügeln ihre Mitschüler, um die Szene mit dem Handy zu filmen. Die Videos werden dann an andere Schüler weitergegeben. Experten nennen das Happy-Slapping. Quelle: Wikipedia
Als Splatter bezeichnet man eine Art des Horrorfilms, bei der das Zeigen von exzessiver Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Quelle: Wikipedia
Snuff-Film (v. engl. to snuff out = jemanden auslöschen) bezeichnet die filmische Aufzeichnung eines Mordes, der zum Zweck der Unterhaltung des Zuschauers und mit kommerzieller Absicht begangen wurde. Der Zweck des Mordes selbst ist seine Aufzeichnung. Quelle: Wikipedia
Pornografische Filme sind die audiovisuelle Realisation der Pornografie im Medium Film. Pornografie wird oft definiert als unmittelbare und deutliche Darstellung menschlicher Sexualität. Die Abgrenzung zu Genrebegriffen wie „Softporno“, Erotikfilm oder Sexfilm läuft ebenfalls über das Kriterium der Unmittelbarkeit und Deutlichkeit. Trotz allem sind die Genreübergänge fließend und nicht trennscharf zu ziehen. Pornografische Filme sind in Deutschland seit 1974 nicht mehr strafrechtlich verboten. Sie unterliegen jedoch bestimmten jugendschutzrechtlichen Bestimmungen, die zum Beispiel die Bewerbung und den Verkauf reglementieren. Verboten ist hingegen die so genannte harte Pornografie, die sexuelle Gewalt, Zoophilie (sexuelle Handlungen mit Tieren) oder sexuellen Missbrauch von Kindern zum Inhalt hat. Quelle: Wikipedia
Handy-Chat - ähnlich wie im Internet gibt es auch auf dem Handy Foren und Chatrooms, über die man anonym Kontakte pflegen kann. Ob Handy oder Internet, Kinder und Jugendliche, die sich den Eltern und Vertrauenspersonen in ihrer realen Umwelt nicht anvertrauen wollen, haben oft keine Scheu, im Chat, in Foren oder via Handy ihre intimsten Ängste, Sorgen oder Wünsche zu artikulieren. Niemand weiß, wer die Ansprechpartner in virtuellen Räumen wirklich sind! Ein Sicherheitstipp des FBI für Kinder im Internet hat auch hier seine Gültigkeit!
WARUM?
Fragt man sich, warum Kinder und Jugendliche sich mit all diesen Dingen befassen, so kommt man immer wieder auf folgenden Zusammenhang: Einer zeigts und meint: "Das musst du gesehen haben!" - die, die es sehen, möchten es auch und dann noch mehr sehen, müssen letztlich immer daran denken und sind im Teufelskreis dieser gewaltsamen Handyschiene gefangen.
Vielfach spielt auch die Neugierde, der Spaß an den Inhalten und der Reiz des Verbotenen eine große Rolle.
Auf Schlagworte reduziert lassen sich folgende Ursachen für die missbräuchliche Nutzung von Handy, Computer und Internet festschreiben: Ausprobieren und Ausreizen der Neuen Medien; sich produzieren; Angabe und Wichtigtuerei; das Überschreiten von Grenzen; Mitläufertum; Mutproben; Angstmacherei; falsche Vorbilder; Neugierde; mangelnde soziale Kompetenz; Langeweile; eventuell Verarbeitung anderer (oft interfamiliärer) Erlebnisse.
Folgen:
Häufiges Ansehen medialer Gewalt und Pornografie stumpft den jungen Zuseher immer mehr ab.
„Normale“ Erotik reizt nicht mehr und erniedrigende Sexualpraktiken werden als "normal" und als nichts Besonderes hingenommen.
Je mehr und je intensiver mediale Gewalt und Pornografie konsumiert wird, desto stärker ist diese Abstumpfung.
Was ist zu tun?
Die Schule reagiert durch ein Handy-Nutzungsverbot. Schüler dürfen ihr Handy im Schulbereich und über die Verweilzeit an der Schule nicht aktivieren. (Lehrer können ein Handy, das aktiv ist, einziehen, sie dürfen jedoch die Inhalte nicht einsehen. Sinnvoll ist es, eingezogene Handys nur an die Eltern persönlich mit entsprechender Belehrung auszuhändigen.)
Mit dieser Maßnahme wird das Kernproblem aus dem Schulbereich in den außerschulischen Bereich verlagert, nicht aber gelöst.
Daher muss Schule über die durchgängigen Lernziele die Medienkompetenz der Schüler fördern, um Einsichten zu erreichen.
Die primäre Verantwortung liegt bei den Eltern. Das zweifellos sinnvolle Handy als Notrufsäule in der Hand des Schülers muss nicht alles können, was technisch möglich ist. Auch wenn das Handy heute ein Statussymbol ist, sollten Eltern den Mut haben und dazu ermutigt werden, ihr Kind mit einem Gerät auszurüsten, das nur Telefonie und SMS beherrscht.
Wer aber seine Kinder mit einem multimedialen Handy ausrüstet, sollte drei Grundsätze nicht aus dem Auge verlieren: Kontrolle - Grenzen setzen - Kompetenz erweitern.
Ansonsten gilt immer:
Sich Zeit nehmen für das Kind bzw. den Jugendlichen! -
Ein gutes Vertrauensverhältnis zum Kind /zum Jugendlichen schaffen! -
Gesprächsanlässe mit dem Kind / dem Jugendlichen suchen! -
Für alles Interesse zeigen, was das Kind/den Jugendlichen beschäftigt! -
Interesse ist die beste Kontrolle!
Ist das alles wirklich so neu?
"Unsere Jugend liebt den Luxus, sie hat schlechte Manieren, mißachtet Autorität und hat keinen Respekt vor dem Alter. Die heutigen Kinder sind Tyrannen, sie stehen nicht mehr auf, wenn ein älterer Mensch das Zimmer betritt, sie widersprechen ihren Eltern, schwätzen beim Essen und tyrannisieren ihre Lehrer."
Dieses Zitat stammt von Sokrates, 400 v. Chr. (Platon, Politeia, Buch 8) und zeigt, dass die gegenwärtige Situation nicht neu ist. Das Problem als solches war und ist durch alle Zeiten existent. Neu ist das Medium mit all seinen Möglichkeiten. Dieser neuen Situation gilt es zu begegnen, indem man immer für und nicht gegen etwas wirbt. Nur, wenn es uns gelingt, junge Menschen für Interessen ausserhalb dieser Problemzone mit den Neuen Medien zu werben, werden uns Schritte in die richtige Richtung gelingen.
karl-hermann werner, mib landkreis augsburg, augsburg 2006

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